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Spannungen als Treibstoff für Veränderung

In einer unserer internen Veranstaltungen hat ein Kollege kürzlich formuliert, dass er es wichtig findet, dass wir Kernteam-Berater:innen enger zu unseren fachlichen Kundenprojekten im Austausch sind. Er verspricht sich davon Synergien durch gemeinsames Lernen und Transparenz zu aktuellen Projekten. Betont hat er, dass es ihm dabei vor allem um einen kurzen, knackigen und persönlichen Austausch geht, bei dem man Fragen stellen kann. Gemäß unserem “Spannungsprinzip” bei Janus war damit klar, dass er dafür dann einen Vorschlag entwickeln wird.

Er hat kurz noch einige spontane Gedanken aus der Runde eingesammelt und zeitnah einen konkreten Vorschlag versprochen. Demnächst probieren wir dazu ein kurzes regelmäßiges Format aus, das er fürs Erste vorbereiten und moderieren wird. Wenn es sich bewährt, werden wir es dauerhaft einführen.  In dieser Situation hat sich wieder gezeigt, dass wir wirklich weg sind von “man müsste mal...“ oder “es wäre gut, wenn mal jemand...”. Der Kollege hatte eine “Spannung” - in diesem Fall ein fachliches Bedürfnis - und er wurde konkret aktiv. Es stellt sich also für jede:n bei uns immer wieder die Frage, spreche ich meine Spannung (Idee, Verbesserungsvorschläge, Ärgerpunkte etc). aus oder behalte ich sie für mich? Der Vorteil vom Aussprechen: Es entsteht Bewegung – und die Möglichkeit, gemeinsam etwas zu ändern.

Spannungen als Energiequelle

Spannungen, und damit meinen wir sowohl die (vermeintlich) negativen als auch die positiven, sind überall: in Teams, in Organisationen, im Alltag. Sie entstehen, wenn wir uns ärgern, enttäuscht oder unsicher sind – oder wenn wir vor Ideen sprühen und gar nicht wissen, wohin damit. Ob positiv oder negativ: Spannungen sind Impulse, die Bewegung erzeugen könnten.

Die Realität sieht oft so aus: Spannungen werden verdrängt oder verpuffen im Flurfunk. Sie zeigen sich in Augenrollen im Meeting, Tuscheleien in der Kaffeeküche oder in dem Gefühl, dass „da oben in der Führung mal jemand etwas merken müsste“. Energie, die eigentlich Veränderung antreiben könnte, läuft ins Leere. Stattdessen: Man sollte mal, man könnte mal, man müsste mal…

Ein klarer Rahmen für Spannungen

Das Spannungsprinzip, eines unserer Kernprinzipien bei Janus, setzt genau hier an:  „Wer eine Spannung hat, bringt sie ein, macht einen Vorschlag zur Auflösung – und wird dazu angehört.“ So einfach, so wirksam. Denn es verschiebt die Verantwortung: weg vom heimlichen Ärgern oder Hoffen, dass „die Führung“ etwas regelt – hin zu jeder:jedem Einzelnen.

Spannungen lebendig nutzen

Wie das aussehen kann, zeigt sich in ganz unterschiedlichen Alltagssituationen.  In Projekten begegnen uns viele Spannungen, die mal kleinere, mal größere Schritte erfordern. Ein Kunde äußerte kürzlich: „Wir verlieren unsere Leute in den vielen parallelen Change-Initiativen – keiner blickt mehr durch.“ Dahinter steckte nicht nur Frust über einzelne Meetings, sondern ein strukturelles Problem. Der Vorschlag, der daraus entstand, war aufwendiger: eine Projektlandkarte, die alle Vorhaben sichtbar macht, ergänzt durch ein zentrales Steuerungsteam, das Prioritäten setzt. Das bedeutete zusätzliche Arbeit, Workshops, Abstimmungen – aber es brachte Orientierung in eine Situation, die vorher nur Überforderung erzeugte.

Was das Prinzip braucht

Damit das Spannungsprinzip wirkt, braucht es eine Kultur, in der Spannungen offen ausgesprochen werden dürfen. Es braucht Vertrauen und Respekt, damit der Mut belohnt wird und Vorschläge auch wirklich gehört werden – auch wenn sie anschließend vielleicht aus guten Gründen nicht umgesetzt werden (dazu braucht es dann ein gutes Entscheidungsverfahren – dazu gibt es noch einen separaten Artikel 😉). Und es braucht die Bereitschaft und das Selbstverständnis, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur bei der Führung, sondern bei allen Beteiligten.

Wo die Grenzen liegen

Natürlich funktioniert das Prinzip nicht in jeder Situation. Bei stark emotionalen Konflikten braucht es oft zunächst Raum und Moderation, bevor Vorschläge hilfreich sind. Wenn Vertrauen fehlt, bleiben Spannungen unausgesprochen. Und wenn Menschen nur Probleme auf den Tisch legen, ohne sie mit Lösungsideen zu verbinden, entsteht keine Bewegung.

Dranbleiben lohnt sich

Richtig eingesetzt verändert das Spannungsprinzip die Zusammenarbeit spürbar. Aus Frust wird Klarheit, aus Unsicherheit Orientierung, aus Ideen konkrete Bewegung. Ob es kleine, schnelle Anpassungen sind – oder größere, aufwendige Veränderungen: Entscheidend ist, dass Spannungen nicht verpuffen, sondern als Energiequelle genutzt werden. So entsteht eine Kultur, in der Spannungen nicht blockieren, sondern Entwicklung antreiben – für Teams, Organisationen und jede einzelne Person.

Und bei uns? Wir üben uns seit Jahren darin und sind stolz darauf, welchen Weg wir gemeinsam gegangen sind. Dennoch fällt es nicht immer leicht und erfordert ein gutes Miteinander und manchmal gegenseitiges Anstupsen. Was uns hierbei hilft, ist das gemeinsame Verständnis, dass wir alle auf einer Reise sind, auf welcher kleine Stopps, Nebenstraßen, spontane Umleitungen und Veränderungen einfach mit dazu gehören.

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