08.06.2017Bogenschießen und Kampfsport

Interview mit Samuel Funke, Ressourcentrainer im Seminar "Emotionale Kompetenz - (Auch) Gefühle sind Chef-Sache."

Wie unterstützt du die Arbeit deiner Trainerkollegen im Hinblick auf das Thema der Woche?

Sowohl beim Bogenschießen als auch bei der Kampfkunst geht es um Achtsamkeit, Präsenz, Empathie und Kontakt zu sich selbst. Dies sind alles Aspekte emotionaler Kompetenz. Innere Themen und Emotionen werden auf der körperlichen Ebene sichtbar (gemacht). Als Ressourcentrainer beobachte ich das und spreche mich mit meinem Trainerkollegen ab. Dadurch können die Trainer die Teilnehmer noch besser und individueller unterstützen.

Worin siehst du den Mehrwert, den du durch das Ressourcentraining für die Teilnehmer schaffst?

„Beim Bogenschießen werden Teilnehmer innerlich auf die Gegenwart ausgerichtet. Durch achtsames Bogenschießen werden sie sich ihrer Gedanken und Gefühle klarer. Es ist eine gute Alternative zu gängigen Achtsamkeitsmeditationen. Durch verschiedene Interventionen meinerseits lernen und spüren die Teilnehmer am eigenen Leib, wie es sich auf ihre Leistungsfähigkeit auswirkt, wenn sie den Kontakt zu sich, beziehungsweise zu ihren Bedürfnissen, verlieren.

Manchmal ist man an den inneren Stress so gewöhnt, dass er sich komfortabel anfühlt. Man glaubt alles sei okay, die Realität zeigt aber das Gegenteil. Das Ressourcentraining kann den Zugang zu diesem verborgenen Stress wieder öffnen, in dem es den Schatten triggert.

In der Kampfkunst kommen die Teilnehmer mit ihrer Kraft in Kontakt. Sie lernen eine positive Ansicht von Aggression kennen, die im Sinne einer Triebfeder für Konsequenz, Durchsetzungskraft, Selbstschutz, Entscheidungsfähigkeit usw. wirkt. Außerdem begegnen sie ihrer tiefen natürlichen Empathie, nämlich Grenzen, von sich und anderen zu spüren und lernen ihre eigenen persönlichen Grenzen zu schützen.

Und nicht zu Letzt macht sowohl das Bogenschießen, als Start in den Tag, als auch die Kampfkunst außerordentlich Spaß.

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