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21.01.2014Mal wieder: Scheiß-Meetings!

„Nein, bitte nicht schon wieder!“, mag man ausrufen. Nicht schon wieder ein Artikel (so wie jetzt, kürzlich, in der Süddeutschen Zeitung) über „Das große Palaver“, Zeitverschwendung in Meetings und die schlimmen Charaktere, die da so rumsitzen: Nörgler, Enthusiasten, Schleimer, Besserwisser, Zeitdiebe, Selbstdarsteller …

Es scheint unglaublich geil zu sein, sich über Meetings und schlechte Meetingkultur aufzuregen, anscheinend wird das auch sehr gerne gelesen, ich nehm‘ mich da selbst gar nicht aus. Gleichzeitig ist es wohlfeil, sich da als unbeteiligter Beobachter zu gerieren und über die Fehlleistungen anderer herzuziehen. Denn: Sie sind in Ihren Meetings eben nicht nur Beobachter, sondern Teil der Dynamik, die Sie (meist) hinterher beklagen.

Beschuldigen hilft rein gar nichts und ich möchte Sie hier auch nicht beschuldigen, andere zu beschuldigen. Aber ich möchte Sie gerne darauf aufmerksam machen, was geschieht, wenn Sie lediglich andere dabei beobachten, wie sie eine Sitzung in Grund und Boden palavern, nämlich: NICHTS. Stattdessen dürfen Sie gerne Verantwortung übernehmen und etwas tun, was wirklich funktioniert.

Was funktioniert?

Alles, was Menschen tun, tun sie, um Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn also in Sitzungen Dinge getan werden, die nicht funktionieren, dann werden sie getan, um ein Bedürfnis zu befriedigen. Versuchen Sie herauszufinden, was das für ein Bedürfnis ist und helfen Sie dabei, es zu stillen und zwar es zu stillen auf eine Weise, die das Meeting nicht stört. (Um das zu lernen und wirklich gut zu können, braucht man in der Regel ein ganzes Menschenleben, entspannen Sie sich also und bleiben Sie dran!)

Wenn Sie selbst unruhig, unglücklich, gelangweilt, genervt oder sauer sind in einem Meeting, dann versuchen Sie herauszufinden, welches Ihrer Bedürfnisse gerade unbefriedigt ist und versuchen Sie diesem Bedürfnis auf funktionierende Weise (dafür haben SIE die Verantwortung!) Ausdruck zu verleihen. (Um das zu lernen und wirklich gut zu können, braucht man in der Regel ein ganzes Menschenleben, entspannen Sie sich also und bleiben Sie dran!)

Eine Frage, konsequent-freundlich und im Zweifel sehr hartnäckig und immer wieder vorgetragen in einem Meeting kann kurzfristig helfen. Sie lautet: „Inwieweit dient das, was wir hier gerade tun, unserem Ziel?“ Dies für den Fall, dass Sie nicht ein ganzes Menschenleben Zeit haben …

Die drei Tipps sind übrigens nicht nur für Führungskräfte und Moderatoren gedacht, sondern für jeden Sitzungsteilnehmer.

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