01.03.2004Porträt: Carsten Schäper

Gesellschafter bei Janus - Porträt aus dem Jahr 2004

Mein Kollege Carsten: Wochenlang hab’ ich mich davor gedrückt, dieses Porträt zu schreiben, weil ich nicht wusste, wie ihm gerecht werden. Jetzt fange ich einfach an: So wie Majestix nur vor einem Angst hat, nämlich, dass ihm der Himmel auf den Kopf fallen möge (was ja nie vorkam), hat Carsten nur vor einem Angst, nämlich, dass sich über Nacht alle Kunden von JANUS in Luft auflösen.

Polarität

Anna Kirsch und Carsten, zwei Pole und gleichzeitig Zentrum dessen, was JANUS in den verschiedensten Bereichen von Anfang an geprägt hat – mit Josef Beil als sprühendem Trabanten in der Umlaufbahn. Carsten hat sich schon damals damit wohl gefühlt, polar zu sein und im Positiven widersprüchlich. Eine Klippe und ein mitreißender Fluss. Und so erleben wir ihn auch heute gern und auch manchmal ungern, denn wenn er nicht will oder nicht verstehen will, ist es schwer, an ihm vorbei zu kommen. Er fordert uns – seine Kollegen – und fördert den Weg von JANUS mit seiner ganz persönlichen Mischung aus BWL und therapeutischen Erfahrungen und Ausbildungen. Ein Kunde sagt über ihn, dass er in der Welt der Unternehmen neue wertvolle Informationen auf Beziehungsebene beisteuern kann, sich dabei auf die Menschen einlässt und bereit ist, jedem auch noch so wichtigen Konzernlenker die Stirn zu bieten.

Carsten, geboren in Kiel und ausgerechnet im noch nördlicheren Flensburg mit dem Blick aufs Meer aufgewachsen, hat lange geträumt von grünen Wiesen mit Hügeln und davon, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank zu werden. Zumindest der erste Traum könnte bald Wirklichkeit werden … Er hat als Kind gern rumgetüftelt und sich, zu meiner Verblüffung, als Elektriker betätigt mit bisweilen nicht ganz DIN-ISO-gemäßen Schaltungen. Geblieben ist davon, dass er auch heute noch gerne rumtüftelt als der Erbauer unserer JANUS-Datenbank.

Vorbilder

Bewegt hat ihn der Opa und geprägt die Mutter und der Vater. Letzterer hat in seinem Soldat-Sein Gefolgschaft gefordert, Carsten mit der Freiheitlichen Demokratischen Grundordnung gut bekannt gemacht und die Vorbilder des Sohnes nicht immer gut gefunden: Leute wie Tom Koenigs und Heiner Geissler, Daniel Cohn-Bendit und Burckhard Hirsch. Sie zeichnen sich aus durch ihre eigenständigen, klugen, autonomen Köpfe. Menschen, die sich nicht verbiegen lassen. Echte Vor-Bilder eben!

Was mich immer wieder überrascht, ist, dass sich Carsten bei seiner großen Kontaktstärke viel Einsamkeit wünscht und sehr gern mal ohne Menschen ist. So habe ich das Talent, den Mund halten zu können beim Rennradln, so dass er denkt, ich wär’ nicht da und wir trotzdem hinterher viel geklärt haben.

Die junge Liaison mit den neuen Gesellschaftern bei JANUS ist ihm am Anfang schwer gefallen: In der fälligen Rollenklärung und im Weitergeben von teilweise zwar ungeliebten, aber lange eingeübten Aufgaben.  Inzwischen erfreuen wir uns über die gegenseitigen Bereicherungen auf vielen Ebenen, die wir erfahren. Besonders hilft hier Carstens Fähigkeit, die Menschen ihren Platz finden zu lassen, ihnen ihre eigene Kraft zu zeigen, indem er sie fordert und viel Freiraum gibt. Und seine Vorliebe für offene, konfrontative Menschen, die munter, integer und „young at heart“ sind.

Möglichkeiten

Herzblut hat er darin, die Möglichkeiten von JANUS immer wieder neu auszuloten. Z.B. schnell neue Produkte wie die Sinnierkarten zu realisieren, die für andere ein Traum waren oder Prägnanz und Reduktion bei seiner Arbeit in Teams zu pflegen („es geht sofort zur Sache“) und bei der Arbeit bei sich selbst zu sein.

Bei den Vorbildern fallen mir noch zwei schöne Sachen ein, die viel sagen: Robben liebt Carsten, weil sie sich super elegant in ihrem Element bewegen – und tollpatschig außerhalb sind. Max Frisch hat Carsten geprägt, weil er sehr kopfig ist – und auch sehr lapidar.

Tom, der einzige Sohn, hat viel verändert: Im Moment seiner Geburt war für Carsten der Begriff Liebe geklärt. Und was ihn immer wieder fasziniert (und auch ein wenig beunruhigt) ist, dass ein Kind fast jede Situation akzeptiert, solange die Bezugsperson nur da ist.

Schon bald will Carsten langsamer und naturverbundener leben, weitergeben, was er kann – mit weniger Worten und noch mehr Wirksamkeit. Und er will lange arbeiten und dabei Spaß haben. Auf seinem Handydisplay steht auf jeden Fall heute schon: „ES IST“.

(CHV)

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