01.06.2007Porträt: Carsten Zerulla

Gesellschafter bei Janus - Porträt aus dem Jahr 2007

„Muss das sein?“ – Dies war die erste Reaktion von Carsten Zerulla, als ich ihm seine Portraitierung im Janus-Forum ankündigte. „Ja, es muss!“, lautete die Antwort und es gibt nicht viel, was man als JANUS-Mitarbeiter muss. Das-Portrait-ertragen gehört dazu. Geburtstägliche Gesangsproben der anwesenden Kollegen inklusive Blumenstrauß auch. Jonglieren können (mindestens mit Tüchern). Irgendwann einen Marathon laufen, oder zumindest mit Christian Vordemfelde eine Radtour um Aying machen. Nicht-auchnoch- Carsten-heißen war bislang eine Grundvoraussetzung. Wir weichen davon ab, weil dieser Carsten sonst alles mitbringt, worauf wir nicht verzichten wollen. Dafür nehmen wir die potenzielle Verwechslungsgefahr auf uns, die nun besteht.

Bescheidenheit

„Es gibt schon viel zu viele Menschen, die viel zu viel über sich selbst reden“, sagt Carsten und gibt dann notgedrungen Auskunft über sich und seinen Werdegang. Das geschieht so zurückhaltend, dass sich das Besondere darin nur durch Nachfragen erschließt: Als 19-Jähriger wollte er Pilot werden. Er bewarb sich bei der Luftwaffe und wurde als einer von 200 Kandidaten unter 10.000 Bewerbern ausgewählt. Als er 21 war und sich herausstellte, dass die Bundeswehr deutlich weniger Piloten benötigte und sein Traum damit zerplatzte, sattelte er schnell und konsequent (ein Schlüsselwort in seinem Wortschatz) um und begann eine Banklehre bei der Sparkasse in Fürstenfeldbruck. Dort machte er nicht nur sehr schnell seine Abschlüsse (Banklehre, Bankfachwirt, BWL, Motorradführerschein, grüner Gürtel in Karate … ☺ ) und Karriere als Personalentwickler und Ausbilder. Er lernte auch seine spätere Frau Anett kennen, mit der er heute ein „sehr gutes Team“ bildet. Dazu gleich mehr.

Sechs Jahre Sparkasse und fünf Jahre Deutsche Bank mit Stationen als Führungskraft und Coach führten Carsten Zerulla (Jahrgang 1970) schließlich 2003 in die Selbstständigkeit als Trainer und Berater. Dann begegnete er uns, und wir machten ihm in diesem Jahr das Angebot, als Partner bei Janus einzusteigen. Seine ausgeprägte Professionalität, gepaart mit persönlicher Bescheidenheit, und sein Wille zum Unternehmertum hat uns einfach überzeugt.

Vorbild?

„Carsten ist fast zu perfekt.“, sagt Christine Müller augenzwinkernd und tut ihm damit Unrecht. Er kann es schon nicht mehr hören und wird auch ungehalten, wenn so über ihn gesprochen wird, weil nur er selbst weiß, wie viel Unzulänglichkeit da noch ist und mit wie viel Vorbereitungsaufwand die Leichtigkeit, die seine Trainings auszeichnet, erkauft ist. Dennoch muss er sich damit abfinden, dass er eine solche Ausstrahlung hat und er für einige in seiner Umgebung ein bewundertes Vorbild ist. „Bewundert Dich deine Frau auch so sehr?“, hab’ ich ihn gefragt. „Ich fürchte: Nein.“, lautete die Antwort. Ganz im Gegenteil: „Sie hält mich am Boden, stachelt mich an, wir ergänzen uns sehr. Sie baut die Schränke auf und ich bügle. Ich bin der typische Sonntag-Abend-Tatort-Bügler. “ Wenn die Kinder Timo und Eric ein Problem mit dem Fahrrad haben, gehen sie zur Mama. Carsten ist in seinem Ausdruck eher nüchtern und zurückhaltend, aber wenn er so spricht, verändert sich seine Stimme und es wird deutlich, welchen Stellenwert die Familie in seinem Leben hat.

Am liebsten macht Carsten Zerulla Führungstrainings und Teamentwicklungen. Kennen gelernt haben wir ihn als Vertriebstrainer. „Vertriebstrainings habe ich eine Zeit lang nahezu ausschließlich gemacht.“ Er hat heute dazu ein differenziertes, um nicht zu sagen gespaltenes Verhältnis. Aufgrund des zunehmenden Vertriebsdrucks sind Vertriebstrainings häufig kurzfristig und auf Manipulation ausgerichtet. „Das halte ich nicht für wertvoll und mache es nicht mehr mit.“ Wenn jedoch das Training auf langfristige und partnerschaftliche Kundenbindung und -gewinnung ausgerichtet ist, ist er dabei. Und passt damit sehr gut zu uns.

Durchhalten

In seiner freien Zeit macht Carsten Ausdauersport: Mountain Bike fahren und Laufen. Dazu hat ihn seine Frau gebracht, die Leichtathletin ist und den Marathon schneller bewältigt als er. Sein Motto: Durchhalten. „Es muss viel geschehen, damit ich einmal stehen bleibe oder aufgebe.“ Nebenbei gesagt: Er ist der einzige Mensch, den ich kenne, der Thomas Manns „Zauberberg“ von vorne bis hinten durchgelesen hat, dem ich das abnehme. Er hat dazu zwei Jahre gebraucht.

Nachtrag: Martina Goldhorn hat gerade am Mittagstisch dieses Portrait gelesen. „Mir fehlt ein Hinweis auf seinen unglaublich trockenen und treffenden Humor“, sagt sie. „Und außerdem: Auch ich habe den Zauberberg ganz gelesen! Sogar eine Seminararbeit darüber geschrieben!“ „Ja“, antwortet Carsten Zerulla, der ihr schräg gegenüber sitzt, sehr trocken, „aber bei mir schreibt er, dass er mir das abnimmt!“

(CS)

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