Im Enneagramm ist sie eine ACHT: Schnell, direkt, entscheidungsstark, ehrlich, mutig. Selbstkritisch ist sie auch. Als ich sie frage, was denn aus ihrer Sicht die ACHT ausmacht, fallen ihr zunächst nur ihre Mängel ein. (Andrea erzählt Ihnen bestimmt gerne über die Enneagramm-Typologie, die uns hier bei JANUS – so wie andere gut fundierte Typologien – beschäftigt und bereichert.) Gut, dann seien die Schwächen hier eben auch genannt: Sie hat einen hohen Anspruch an sich selbst und findet es nicht leicht, Schwäche zuzulassen. Sie neigt im Konflikt zu Schwarz-Weiß-Denken. Ist manchmal zu druckvoll, meint sie. Ja, ja – doch das schadet Nichts, findet der Porträtist, er ist die andere ACHT im Team. Es gibt übrigens Kollegen, die im Vorfeld befunden hatten: „Einer von der Sorte reicht uns!“ Damals wussten sie noch nicht, wie viel österreichischen Charme Andrea mitbringt, wie viel Power sie hat, wie sehr ihre Augen blitzen, wenn sie herausgefordert wird und wie schnell sie ihre neue Rolle bei JANUS auf ganz eigene Art und bereichernde Weise ausfüllt. Mit einem Kalauer gesagt: Wie gut sie ihre ACHTsamkeit lebt :-).
„Immer wieder neu anfangen.“, steht über ihrer abwechslungsreichen Biografie; sich ständig beweisen, Unsicherheit suchen und aushalten. So sieht sie sich, danach lebt sie und das hat sie zu unterschiedlichsten beruflichen Stationen geführt.
Andrea ist 1973 in Mayrhofen im Zillertal/Tirol geboren. Ihre Eltern betreiben dort noch heute ein Hotel und so hat sie früh gelernt, was es heißt, Dienstleister zu sein. Es war selbstverständlich, dass alle – Oma, Bruder und eben auch sie – mithalfen, und so war es ganz natürlich, dass sie als Teenager in der „Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe“ landete, um sich auf die Übernahme des elterlichen Betriebes vorzubereiten. Ihr erster Job war im Touristik-Büro, acht Stunden täglich am Schalter. Eines Morgens wachte sie auf (so schildert sie das wirklich und ich glaube es!), sah im Spiegel ihr gefrorenes Dauergrinsen und entschied: „Das ist nichts für mich!“ Mit Anfang Zwanzig folgte also der erste Neubeginn. Sie ging nach Bayern, der Liebe wegen, und begann eine Lehre als Industriekauffrau bei einem Plastikfolien-Hersteller. Dabei ist zu erwähnen, dass sie schon mit 14 Jahren beschlossen hatte, einmal einen Bayern zu heiraten: In der damals populären Fernsehsendung „Herzblatt“ haben sie die bayerischen Kandidaten immer besonders fasziniert, weil die so offen über ihre Gefühle redeten. „Das können die Zillertaler nicht.“, behauptet sie (und ist bereit, sich bei Gelegenheit vom Gegenteil überzeugen zu lassen). Das mit dem Bayern und dem Heiraten ist übrigens bis heute noch nichts geworden.
Die folgenden beruflichen Stationen waren: Eine Spielwaren-Firma (Export und internationaler Vertrieb), ein großer Chip-Hersteller (Supply Chain Managerin und Teamleiterin). Dort blieb sie sieben Jahre, entdeckte ihre Affinität zur IT und begann (neu anfangen!) ein Informatik-Studium, welches sie nach zwei Semestern nicht weiterführte, weil das Leben noch etwas anderes mit ihr vorhatte. Die Teilnahme an einem JANUS-Seminar im Jahr 2005 war wie einen Weckruf: „Mach die Augen auf!“ Als bei uns die Stelle der Büroleitung frei wurde (die immer gekoppelt ist mit einer Tätigkeit als Trainer) ergriff sie ihre Chance. Und wieder beginnt für sie etwas ganz Neues: Als Trainerin setzen wir sie gerne ein in Moderationen, Teamentwicklungen und Vertriebstrainings. Qualifiziert hat sie sich dazu in ihren vorangegangenen Rollen und in Fortbildungen für Trainer und Berater (Transaktionsanalyse, Moderation, Persönlichkeitstypologien). Als konsequente und zielorientierte Büroleiterin hilft sie dabei, diesen sehr beziehungsorientierten JANUS-Haufen weiter zu organisieren.
„Stille entspricht meinem Wesen.“ Andrea Gruber wird ganz ernst und eindringlich, wenn sie diese Seite von sich offenbart, die auf den ersten Blick nicht leicht sichtbar ist. Den katholischen Glauben ihrer Eltern und ihrer Zillertaler Heimat hat sie für sich weiter entwickelt. Sie meditiert, betet, vertieft sich, um aus der Quelle zu schöpfen, wie sie sagt, und um zur Besinnung zu kommen. Ihre Spiritualität lebt sie auch, indem sie sich für die Organisation „Cursillo“ (kleiner Kurs) engagiert, eine katholische Erneuerungsbewegung, die ein liebendes Gottesbild propagiert und einen – in diesem Sinne – erwachseneren Glauben. Dort hält sie auch ehrenamtlich Kurse.
Dem Vater und ihrer Herkunft verdankt sie die Liebe zu den Bergen, ihrem „kleinen“ Bruder, der einmal Snowboard-Profi war, ihr Können auf dem – wie ich hier schon mal sagen möchte – unhandlichen Schnee-Brett. Sie hat es gelernt, obwohl sie überhaupt kein Bewegungstalent ist. Sagt sie. Respekt. Und dann tanzt sie noch, talentfrei aber begeistert. Sagt sie auch. Und sie spielt Gitarre. Bestimmt auch mehr schlecht als recht. Zumindest in ihrer eigenen kritischen Selbsteinschätzung :-).
CS
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