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Vorwärtskommen ...

... wollen wir andauernd und immer wieder. Es gehört weiter zur Zeit, auch wenn sich gerade eigentlich alles verändert und dringend in Frage gestellt wird. Aber wer schaut schon gern zurück oder macht freiwillig die Schritte zurück zum letzten Scheidepunkt, um von dort aus eine neue Richtung einzuschlagen?

Als Sinnbild eine Episode eines Winterausflugs: Wir wohnten halbhoch am Berg – auf einem Bauernhof – mit ordentlich steiler Zufahrt. Ohne Ketten oder 4 x 4 parkten wir unten und genossen den Weg als schönen Winterspaziergang. Am zweiten Tag – nach einem Ausflug – trafen wir an der steilsten Stelle des Weges auf einen schwitzenden Autofahrer, der gerade fertig war, den Hinterrädern seines AUDI S6 (aus den Weiten des Ruhrgebietes) die Ketten aufzulegen. Ich fragte vorsichtig, ob er einen Quattro fährt (nur dann nämlich hat ein S6 auch Hinterradantrieb). Der Fahrer starrte mich entgeistert an, dann dämmerte ihm, dass er ein sehr schnelles, kräftiges – aber frontgetriebenes – Gefährt besitzt. Ketten hinten machen sich optisch wunderbar, sind aber sinnlos. Wie es weiterging, will ich Ihnen ersparen. Er kam deutlich später oben an – Kinder und Frau waren bereits mit uns vorgelaufen. Die Bäuerin vermerkte trocken, dass bei so einem „Maus-Knia-hochen“ Schnee das alles doch kein Problem sein sollte – wenn mann bloß nachdenkt.

Es ist gut, wenn man weiß, wo man seinen Antrieb hat und in der Krise ist es eher hinderlich, wenn man aufgrund übertrieben vieler PS einfach nur durchdreht. Wenn’s steil wird, hilft es, sich auf die traditionellen Mittel zu besinnen, durchaus mal zu Fuß zu gehen und das zu tun, was man versteht und wovon man was versteht. Einheimische reden manchmal komisch und sind vielleicht auch mürrisch. Wenn man sich auf sie einlässt, kann man viel lernen über Untergrund, Hintergrund, geeignetes Material und Landkarte.

Von daher stellt sich für mich beim Thema Karriere, Krise hin oder her, die einfache Frage, ob Mensch geerdet, verbunden mit sich und seinen Mitarbeitern ist. Unter diesen Voraussetzungen wird man auch jetzt der richtige Chef für seine Mitarbeiter – vielleicht aber nicht der richtige Mitarbeiter seines Chefs.

chv

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