Ludwig Merath ist ein Glücksfall. Für JANUS und für unser „Kind“, die JANUS-Jokisch Sinn-ier GmbH (www.sinnieren.de), das uns gleichermaßen am Herzen wie auf der Tasche lag. So wie das eben manchmal ist mit den Kindern …
„Es fügte sich.“, darüber sind wir uns heute einig. Ludwig hatte sich gerade als Partner von seiner erfolgreichen Münchener Unternehmensberatung verabschiedet und saß im Ayinger JANUS-Büro. Wir kannten uns aus vorangegangenen Projekten und hatten durchweg gute Erfahrungen miteinander gemacht. So sprachen wir über dies und das, über Zukunftspläne und Berührungspunkte. Die Rede kam auf die besagte Sinn-ier GmbH. Zu der Zeit stellte sich gerade die Frage, wie es mit ihr weiter gehen sollte: Engagement zurückfahren oder neu investieren? Ludwig fing Feuer, soweit sein Temperament dies zulässt (er geht überlegt und planvoll an fast Alles heran), versprach zu prüfen, wie er sich eine Mitarbeit vorstellen könne und ein halbes Jahr später war er Partner.
Was er mitbrachte: Ideen, Intelligenz, seinen natürlichen Führungsanspruch, Zuversicht und die Bereitschaft, sehr dicke Bretter zu bohren. Das war vor einem Jahr. Seitdem hat die Sinn-ier GmbH ihren Umsatz verdoppelt, Tendenz weiter steigend. Das Kind wird selbstständig.
„Wenn ich mich committe, dann richtig!“ Genau. Und wenn es ihm reicht, dann geht er. Das stimmt auch und das hat sich in seinem abwechslungsreichen Leben mehrfach gezeigt. Ludwig wurde im Jahr 1966 in Oberstdorf, Allgäu, geboren und hat dort die gesamte Kindheit und Jugend verbracht. „Bis ich 18 Jahre alt war, hatten wir kein Auto.“ Seine Eltern kamen aus sehr einfachen Verhältnissen. Beide Eltern wollten, dass Ludwig und sein jüngerer Bruder Toni es einmal besser haben. Entsprechend groß war der Leistungsdruck. Er war wohl überaus groß und wurde nachdrücklich ausgeübt. Ludwig Merath, der sehr zurückhaltend von sich selbst erzählt, deutet das nur an und weiteres Nachfragen erscheint nicht angebracht.
Als er siebzehn Jahre alt war, entdeckte er die Welt außerhalb Oberstdorf. Sein Gymnasium ermöglichte ihm einen Schüleraustausch in Frankreich. Die Erlebnisse dort begründeten seine bis heute andauernde Frankophilie. Einen Teil seines BWL-Studiums, welches er nach einer Banklehre in Reutlingen begann, verbrachte er in Reims und Paris. „Es waren vier tolle Jahre.“, sagt er, und seine Augen glänzen. Ich glaube, wir dürfen uns den Ludwig Merath dieser Jahre als einen überdimensionierten Schwamm vorstellen, der alles an Wissen und Erfahrungen und Vorbildern aufsaugte, was sich ihm darbot. „Bei Ludwig ist zudem eine große innere Kraft spürbar.“, sagt Christine Müller, die ihn von uns allen am längsten kennt.
Das „Gesamtpaket“ überzeugte direkt nach dem Studium beim Casting in einer der renommiertesten Unternehmensberatungen Deutschlands. „Das war meine Chance, möglichst viele Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen mit den verschiedensten Stilen und Kulturen kennen zu lernen.“ Doch bald reichte es ihm. Er bekam zwar enorm viel Verantwortung, aber keine glaubhaften Leitfiguren, spärlichen Input, keine Unterstützung. Der Schwamm trokknete aus.
Gemeinsam mit zwei Kollegen, die zu Freunden wurden, gründete er im Jahr 1997 kraftvoll eine eigene Unternehmensberatung in München. Als er sie im Jahr 2008 verließ, hatte sie 40 Mitarbeiter. Warum es ihm dann reichte? Im Kern ging es ihm darum, mehr Zeit für sich und seine Familie (seine beiden Söhne sind 6 und 0,5 Jahre alt) zu haben und ein balancierteres Leben zu führen. Dies war zu seiner Überraschung und Enttäuschung so mit seinen Partnern nicht möglich. Für einen durchaus eigensinnigen Allgäuer Sturkopf heißt dies: Trennung! Heute macht er als Selbstständiger nur noch Projekte, die ihm gefallen und die in sein neues Leben passen.
Wir bei JANUS haben schnell gemerkt, dass Ludwig nicht nur der Sinn-ier GmbH neuen Schub gibt, sondern auch unser Beraterteam optimal verstärkt. Als gut ausgebildeter, klassischer Unternehmensberater mit umfangreicher Erfahrung in Strategie- und Restrukturierungsprojekten, ist er es gewohnt auf höchster Unternehmensebene zu kommunizieren und zu überzeugen. Zudem hat er ein tiefes Verständnis für das, was Menschen – auch ihn selbst – bewegt und damit für die sogenannten „weicheren“ Faktoren der Zusammenarbeit in Unternehmen. Mit ihm gemeinsam ist JANUS in der Lage, komplementäre Beratungsprojekte zu realisieren, also Experten- und Prozessberatungen in für den Kunden fruchtbarster Kombination.
Mit ein Grund, sein Leben radikal zu verändern, war der ausgeprägte Wunsch, mehr Zeit für seine Familie, die Berge (Mountainbike!), Kochen (!), Fußballtraining mit seinem älteren Sohn und vielen, vielen Nachbarskindern zu haben. Sein privates Fußballtraining erhält stetigen Zulauf (siehe oben: Commitment). Seine Familie wird von ihm an fünf Tagen in der Woche exzellent bekocht („exzellent“ würde er selbst nie sagen) und wir bei JANUS hoffen, dass er eines nicht so fernen Tages unseren traditionellen Mittagstisch mit seiner Kochkunst bereichert. Das wäre dann ein weiterer Glücksfall.
CS
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