Wie bestellt, lachte zum abendlichen Auftakt des 1. JANUS-Tages Mitte Juni die bayerische Sonne vom Himmel und sorgte nach unzähligen verregneten Wochen von vornherein für gute Stimmung bei den Teilnehmern.
Mitten in Aying (wo es unter dem weißblauen Himmel so aussieht, wie Nicht-Bayern sich Bayern vorstellen) nutzten rund 50 JANUS-Kunden und -Interessenten die Gelegenheit, in zwangloser Atmosphäre Kollegen aus anderen Unternehmen sowie das JANUS-Team genauer kennenzulernen. Josef Beil, Gründungsgesellschafter von JANUS und Organisator der Veranstaltung lud seine Gäste herzlich ein, beim stimmungsvollen Get-together am Brunnen bayerische Ruhe und anregende Gespräche gleichermaßen auf sich wirken zu lassen.
Insbesondere der Vortrag von Prof. Joachim Bauer, Hirnforscher mit einem Blick auf tägliches Management-Geschehen, lockte Unternehmer und Personalentwickler aus ganz Deutschland ins Voralpenland. „Wir arbeiten seit zehn Jahren mit JANUS – heute bin ich zum ersten Mal ohne eine feste Aufgabenstellung hier und will mich überraschen lassen“, sagte Achim Polinski, Geschäftsführer der NP 4 GmbH in Darmstadt: „Ich bin an der Wirkung von Führung auf Menschen interessiert, da musste ich einfach kommen“.
„Mich fasziniert die Hirnforschung“, erklärte auch Jörg Drews, geschäftsführender Gesellschafter von Hentschke Bau in Bautzen. Er war gemeinsam mit seiner Frau und einem befreundeten Unternehmerpaar angereist, um noch besser zu verstehen, warum Menschen wie reagieren und die Wurzeln seiner eigenen Handlungen noch genauer zu erkennen. „Ich finde es beeindruckend, dass bei allem, was uns psychologisch belastet, letztlich einfache chemische Prozesse dahinter stecken“, sagt der Bauunternehmer. Wie manch anderer in der Runde gönnten sich die Sachsen eine kurze Verschnaufpause, bevor sie sich, wie Jörg Drews sagte, „als Libero durch die Urlaubszeit spielen“ müssten.
Am nächsten Morgen stand ein Kulissenwechsel an: Für den Vortrag von Prof. Bauer hatte JANUS in den überregional bekannten Ayinger Brauereigasthof der Familie Inselkammer geladen. „Wir freuen uns, dass sich die Wissenschaft zurzeit auf der Gratwanderung zwischen Grundlagenforschung und Coaching beziehungsweise Personalentwicklung befindet“, begrüßte JANUS-Gesellschafter Christian Vordemfelde den Referenten Prof. Joachim Bauer, Internist und Arzt für psychosomatische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie an der Uniklink Freiburg und Ärztlicher Direktor der psychosomatischen Hochgrat-Klinik (Allgäu). Für die Beiträge von Hirnforschern wie Bauer sei man sehr dankbar, lieferten ie doch griffige Antworten auf die allgegenwärtige Controller-Frage, wie gute Führung denn nun messbar sei.
In seinem 90-minütigen Vortrag präsentierte der renommierte Buchautor aktuelle Forschungsergebnisse zum Themenkomplex Emotionale Intelligenz und Führung. Dabei ging er sowohl auf die Rolle des Motivationssystems des Gehirns bei der Zusammenarbeit von Menschen ein, also auch auf das Phänomen Aggression aus neurobiologischer Sicht. Der Mediziner erläuterte seinen staunenden Zuhörern, wie Spiegelneuronen überraschend ins Lerngeschehen eingreifen und wie das menschliche Gehirn in ökonomisch relevanten Situationen tickt. Dabei schlug der Wissenschaftler anhand eingängiger und plakativer Studien immer wieder die Brücke zwischen internationaler Spitzenforschung und dem Alltagsgeschehen im Beruf. Für die meisten viel zu schnell war Professor Bauers Vortrag zu Ende und die anschließende Fragerunde abgeschlossen.
„Ich war auf den Vortrag sehr gespannt und habe viele gute Anknüpfpunkte gewonnen, um Personalentwicklungsthemen bei uns im Unternehmen noch besser zu verargumentieren“, erklärte Robert Bocksberger, Personalentwickler bei den Bayerischen Staatsforsten in Regensburg, beim Mittagessen. Gerade für den Kontakt mit Technikern und anderen rationalgetakteten Menschen zieht der erfahrene Personaler wertvolle Impulse aus Prof. Bauers Ausführungen. Besonders faszinierend findet er das Konzept der Spiegelneuronen, die einen ganz wesentlichen Stellenwert bei der Zusammenarbeit von Menschen haben.
Auch Claudia Schönhöfer, Referentin Development bei der Telekom, war von den präsentierten Ergebnissen beeindruckt: „Vieles ist für die Führungskräfte-Entwicklung und gerade auch für die Begleitung von Veränderungsprozessen sehr interessant“. Die dargestellten Unterschiede der Reizverarbeitung von männlichen und weiblichen Gehirnen zeigten, dass die vielfach zitierten Ausprägungen bei Männern und Frauen keinesfalls herbei geredet seien. „Bei uns ist die Frauenquote ein großes Thema, jetzt bin ich dankbar, dass wir aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen Dinge für die PE ableiten können.“
Nach einem stilvollen Steh-Imbiss ging die Veranstaltung am Nachmittag in den Räumen von JANUS in die zweite Runde: Nach der Mittagspause luden die Trainer und Berater des JANUS-Teams auf einem Marktplatz zum Austausch und weiteres Netzwerken über Unternehmensgrenzen hinweg ein.
JANUS-Ressourcenmanager Peter Flühr brachte seine Zuhörer mit Koordinationsübungen und südamerikanischen Klängen nach dem Suppen-Koma wieder in Schwung. Gesellschafter Carsten Zerulla informierte und diskutierte an seiner Station über das Themenfeld „Persönlichkeit und Vertrieb“. Gemeinsam mit seinen Gesprächspartnern entwickelte er Impulse und Anknüpfpunkte für Vertriebstrainings der intelligenteren Art. Ein weiterer Stand präsentierte die offenen Seminare von JANUS, hier informierten Andrea Bornhöft, Christine Müller und Rita Sassmann zu bewährten Standardveranstaltungen sowie zu den JANUS Spezial Seminaren. Daniela Fuchs und Josef Beil stellten das Projekt „Füh rungswerkstatt“ sowie die JANUS-Angebote im Inhouse-Bereich vor.
Mit Tischen und Bänken auf der Wiese und einem nochmals herrlichen bayerischen Buffet luden Organisator Josef Beil, sein Gesellschafterkollege Christian Vordemfelde und JANUS Gesellschafter-Geschäftsführerin Martina Goldhorn bei blank poliertem blauem Himmel zum Netzwerken, Plaudern und Aus tausch von Erfahrungen rund um die gelungene Personal ent wicklung ein.
Reich an Eindrücken, neuen Ideen sowie Impulsen für das Alltagsgeschäft machten sich am späten Nachmittag die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zufrieden auf die Rückreise.
Vielen Dank für Ihr Kommen – uns allen hat es großen Spaß gemacht!
fe
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Die Vollversion des JANUS forum 08 / 2010 als PDF-Download.
Manuskript für unser JANUS forum von Joachim Bauer