Meine aktuellen Einsichten zum Thema Work-Life-Balance entstammen nicht nur den Gesprächen mit Führungskräften als Trainer und Coach, sondern auch aus Erfahrungen am eigenen Leibe im vergangenen Jahr, als ich es selbst mit Überlastungsgefühlen und Feedback meines Körpers zu tun bekam. Trainer sind halt auch Menschen ;-)
Eine wichtige Einsicht dabei war für mich, dass die Gleichsetzung des Familienlebens mit Erholung eine Illusion ist. In Phasen, in denen z.B. Auseinandersetzungen in der Partnerschaft anstanden, war der Stress im Privaten für mich eher größer als in der Arbeit. Außerdem erzeugte der unbewusste Wunsch nach Harmonie und Entspannung in der Familie – im Beruf hatte ich ja bereits genug Anspannung und Anstrengung – einen zusätzlichen Druck, da notwendige Konflikte nicht ausgetragen werden durften. Deshalb kommt es für mich seither darauf an, sowohl im Beruf als auch daheim meine Tage immer wieder ausbalanciert zu gestalten, also z.B. die Achtsamkeitsübungen, die mir so gut tun dabei, in beiden Lebensbereichen zu nutzen.
Eine zweite wichtige Erfahrung war, zu spüren, wie sehr ich in der Zeit davor einseitig auf dem Pol der Aktivität, des Tuns unterwegs gewesen bin und dass es für meine innere Ausgeglichenheit Momente und Phasen des Nichts-Tuns braucht, um durch innere Achtsamkeit mich an das Gefühl es einfachen Da-Seins anzuschließen.
Wer Unterstützung sucht, dem empfehle ich die Achtsamkeitsübungen von Jon-Kabat-Zinn, z.B. den Body-Scan oder die Sitzmeditation. Da hier das Denken Teil der meditativen Praxis sein darf, entfällt der verbreitete Stress „beim Meditieren nicht Denken zu dürfen“ und die Übung fällt viel leichter.
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