
Vor fast zehn Jahren haben wir alle Zielgruppen für Weiterbildung im Produktionsumfeld in einer Matrix erfasst. Dabei wurde aufgenommen, welche Kompetenzen gebraucht werden und wo Entwicklungsbedarf besteht. Bei der Auswertung war schnell klar, dass die Sprache und die Themen von Meistern und Schichtführern zwar ähnlich sind, der Zugang zu den relevanten Themen jedoch sehr verschieden ist.
Wir haben in einer kleinen Arbeitsgruppe eine Bedarfsanalyse und ein Anforderungsprofil, also quasi ein Lastenheft für die Aufgabe, erstellt. Es war uns wichtig, dass das Curriculum mehrstufig ist und dass die Gruppen nach Möglichkeit zusammen bleiben. Nach einer ersten Vorauswahl und einem Probetraining, haben wir uns für JANUS entschieden – sie waren auch bei den Meistern der Favorit.
Zu Beginn haben die Vorgesetzten viele Teilnehmer eher punktuell entsendet, heute gibt es einen breiten Konsens in der Zielgruppe, dass es sinnvoll ist teilzunehmen und dass die Inhalte für die tägliche Führungsaufgabe wirklich hilfreich sind. Die Akzeptanz bei den Meistern, aber auch bei deren Mitarbeitern und Vorgesetzten ist sehr gut.
Die Mitarbeiterkommunikation hat sich verändert, mittlerweile ist Gesprächsführung ein zentraler Bestandteil des Führungsalltags. Mitarbeitergespräche, Zulagengespräche,Konfliktgespräche, Schichtübergaben – die Mitarbeiter sind heute bezüglich des Austauschs mit ihren Vorgesetzten anspruchsvoller. Dazu kommt, dass der vollkontinuierliche Schichtbetrieb bei uns gang und gäbe ist. Damit verändern sich Informationsflüsse, die Weitergabe von Sachverhalten oder die Delegation von Aufgaben muss neu geregelt werden. Insgesamt ist der Kontakt mit den Mitarbeitern heute schwieriger zu halten als früher. Verschärft wird dies durch die steigenden Betriebsgrößen.
Die Themenvielfalt ist heute enorm, Arbeitssicherheit und Umweltschutz werden beispielsweise immer wichtiger. Zudem müssen Meister häufiger Querschnittsfunktionen ausfüllen. Verwaltungsaufgaben nehmen enorm zu und eine höhere Frequenz an Besprechungen bindet Ressourcen. Unsere Meister stehen heute klarer für bestimmte Bereiche oder Aufgaben in der Verantwortung – eine Rückdelegation an die Betriebsleitung ist kaum noch denkbar. Ein anderer Punkt ist die Prozessqualität: Hier haben unsere Kunden und damit auch wir heute einen höheren Anspruch – nicht zuletzt die Datenverwaltung ist umfangreicher geworden und spezielle IT- und Prozessleitsysteme müssen angewendet werden.
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Die Vollversion des JANUS forum 05 / 2011 als PDF-Download.