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Porträt: Thomas Engelhardt

Mitarbeiter bei JANUS

Kürzlich, zur Oktoberfestzeit, gab es Aufruhr bei JANUS: Thomas Engelhardt, 31 Jahre alt, seit April in unserem Team, brauchte ein Lederhose. (Für Nicht-Eingeweihte: jeder Mann braucht eine Lederhose, jede Frau ein Dirndl, wenn sie auf die Wies’n gehen – egal, ob sie aus Japan oder – wie Thomas – aus Heidelberg kommen.) Das Problem: Er passt in keine ‘rein, jedenfalls in keine von den Halblangen, seine Waden sind zu kräftig. Wirklich. Sie meinen, das gehört nicht in ein Porträt? – Dann sind Sie nicht aus Bayern. In Bayern ist so etwas eine Nachricht. Die Waden charakterisieren den Mann, nein, sie definieren ihn: Je kräftiger, desto besser!

„Der passt in keine Lederhose!“

Thomas Engelhardt fährt jeden Tag bei jedem Wetter mit dem Fahrrad von seiner isarnahen Wohnung in München nach Aying. Das sind mindestens 25 km, eine Richtung. Dies, seine Fußball-Leidenschaft und seine semiprofessionelle Tenniskarriere als Jugendlicher liefern eine mögliche Erklärung für seine Waden. Wir haben uns mit ihm also einen eher sportlichen Mitarbeiter mit ziemlich viel Ausdauer ins Team geholt.

„Ich hatte viel Glück!“ Wenn Thomas Engelhardt das sagt, spricht er nicht nur von seinem Eintritt hier bei JANUS. Er spricht von seiner Kindheit und Jugend in einem Vorort von Heidelberg, umsorgt von zwei sieben und zehn Jahre älteren Schwestern, in relativem Wohlstand und mit allen Möglichkeiten, die ein Nachzügler eben so hat. Möglich, dass diese Privilegien ihn dazu gebracht haben, sich für andere zu engagieren: In der katholischen Jugendverbandsarbeit, als Zivi in der Arbeit mit geistig Schwerbehinderten, später in der Entwicklungshilfe. Man kann sicher sagen, dass ihn seine bis heute andauernde ehrenamtliche Arbeit stark geprägt und letztlich auf den Weg geführt hat, auf dem er jetzt ist. „Die Arbeit in der Leiterrunde im Jugendverband war Gruppendynamik pur“, sagt er und grinst.

Möglichst nicht urteilen

Er grinst häufig. Dann sieht er ein bisschen jünger aus, als er eigentlich ist. Hinter der jugendlichen Optik und seinem eher entspannten und coolen Habitus steckt ein sehr ernsthafter und nachdenklicher Mann. Besonders geprägt und angeregt hat ihn sein einjähriger Aufenthalt in Peru, im Rahmen des katholischen Voluntario-Programmes: „Das hat meinen Horizont enorm erweitert.“, sagt er heute. „In einer ganz anderen sozialen Schicht, in einer anderen Sprache, mit fremden Werten und Normen, mit Menschen, die in einer ganz anderen Wirklichkeit, von der Hand in den Mund leben … Dort nicht zu urteilen, sondern einfach mitzumachen. Erst akzeptieren und dann vielleicht beeinflussen.“

Nach Peru und reiflicher Überlegung studierte Thomas Sozialpädagogik. Seine Tätigkeit im katholischen Jugendverband führte er in leitender Funktion parallel weiter. Zusätzlich gründete er eine Initiative der Entwicklungszusammenarbeit mit Peru namens „Color Esperanza“. Diese Organisation, deren Vorstand er ist, wird mittlerweile getragen von 80 Personen und ist weiter wachsend. „Wir wollen Entwicklungszusammenarbeit auf Augenhöhe betreiben. Deshalb gehen wir nicht nur nach Peru, sondern holen auch Peruaner hierher nach Deutschland, mit dem Ziel, dass wir von der fremden Kultur und anderen Einsichten profitieren. Denn nicht nur die Anderen sollten sich entwickeln.“ Da ist es wieder, dieses leise Lachen …

"Erstaunlich unerschrocken“

Seinen Feinschliff als Berater holte sich Thomas während seinen Tätigkeiten bei zwei namhaften Beratungsgesellschaften. „Er ist erstaunlich unerschrokken.“, sagt seine Kollegin Daniela Fuchs über ihn. Sie erinnert sich beeindruckt an seine Haltung kurz vor einer außerordentlich fordernden Großgruppenveranstaltung. „Wir saßen im Briefing: drei Frauen und Thomas. Es herrschte ein eher hysterischer Grundton. Ehrlich gesagt waren alle ein wenig angespannt. Thomas hat geschaut und zugehört, wenig Fragen gestellt. Er hat bei der Super-Veranstaltung am nächsten Tag sicher auch geschwitzt – aber keiner hat’s gemerkt!“

Als Trainer kann Thomas Engelhardt sich auf Teilnehmer mit unterschiedlichen (kulturellen) Hintergründen und Bildungsniveaus problemlos einstellen, Vertrauen erwerben und neue Einsichten vermitteln. Bei JANUS repräsentiert er eine neue Generation, die eigene Wertvorstellungen (z.B. zu Lebenszielen, Karriere, Familie, Zusammenarbeit in Unternehmen, Führung uvm.) entwickelt und mit den neuen sozialen Medien ganz selbstverständlich umgeht. Wir haben gerade erst begonnen, die Tragweite dieser Entwicklungen für JANUS zu erfassen. Gut, dass Thomas sich nicht scheut, liebgewonnene JANUS-Gewohnheiten zu hinterfragen und den JANUSGesellschafterkreis mit dessen Vorlieben und Marotten zu konfrontieren. Ein echter Kerl eben. Mit sehr kräftigen Waden.

CS

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Schlagwörter: Interkulturelle Kompetenz ,

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