Situation & Herausforderung

Krise? - Welche Krise?

Wann beginnt eine Krise und wer bestimmt das? - Der eine ignoriert unerschütterlich zuversichtlich auch die deutlichsten Signale einer existierenden Krise oder einer sich anbahnenden Verschlechterung.

Der andere hört Flöhe husten und nervt seine Umgebung mit ständigem pessimistischen Krisengerede. Wer hat recht? - Wie immer haben beide irgendwie Recht. Und wie immer geht es NICHT darum, wer Recht hat.

Die Realität sehen. Besser: Sich auf eine Realität verständigen.

Ein Gerangel unter Verantwortungsträgern um die richtige Sicht auf die Realität blockiert das Unternehmen. Die Aufgabe besteht darin, sich auf eine gemeinsame Realität zu einigen, die dann Ausgangspunkt für weitere Schritte ist. Unterbleibt dies, ist das Unternehmen orientierungslos, der eine sagt hü, der andere hott. Das erste und vorrangig zu lösende Problem wäre also die Uneinigkeit im Kreis der Entscheider. First things first.         

Wenn die Krise offensichtlich ist …

… bzw. man sich darauf verständigt hat, und dennoch darüber im Unternehmen nicht offen kommuniziert wird, hat dies meist ehrenhafte Gründe und ist dennoch schlicht falsch. Veränderung braucht (Leidens-)Druck, und die Wahrheit ist dem Menschen (Mitarbeiter) zumutbar. Offenheit in Bezug auf die Situation ist in Krisen die einzige Möglichkeit Menschen zu bewegen. Wer vertuscht, beschönigt oder strategisch kommuniziert, zerstört Verbundenheit und die grundsätzliche Bereitschaft der Menschen mitzuhelfen. Nebenbei: Fatal ist, wenn in der Vergangenheit allzu oft künstlich (Leidens-)Druck aufgebaut wurde, um das Letzte herauszuholen. In einer echten Krise nimmt man’s der Führung nicht mehr ab. Die Glaubwürdigkeit - das wichtigste Asset der Führung - ist dahin.

Wir können Krisen nicht verhindern. Aber wir können schnell und sehr zielorientiert dabei helfen, (a) in der und über die Krise zu kommunizieren und (b) Zusammenhalt der und Vertrauen in die Führung (wieder) herzustellen.

Melden Sie sich im Zweifel eher früh!