Franzis Praktikum bei Janus
Als Studentin der Wirtschaftspsychologie wollte ich mein Praktikum vor allem dafür nutzen, einmal zu sehen, wie die Themen aus dem Studium im echten Arbeitsalltag aussehen. Psychologische Sicherheit, Selbstorganisation und Zusammenarbeit sind Begriffe, die man schnell kennt. Aber sie selbst zu erleben, ist dann doch etwas anderes.
Schon beim Bewerbungsgespräch hatte ich ein gutes Gefühl. Es wurde sich Zeit genommen, ich konnte Fragen stellen und hatte nicht das Gefühl, möglichst schnell „abgefertigt“ zu werden. Ich habe früh gemerkt, dass bei Janus viel Wert darauf gelegt wird, wie Menschen miteinander arbeiten.
Auch der Einstieg war dadurch leichter, als ich es erwartet hatte. Natürlich waren am Anfang viele neue Eindrücke dabei. Neue Personen, neue Themen, neue Tools und die Frage, wo ich eigentlich anfangen soll. Aber ich hatte feste Ansprechpersonen, konnte alle im Team kennenlernen und wusste schnell, dass ich nachfragen darf, wenn ich gerade nicht weiterweiß. Das klingt vielleicht selbstverständlich. Ist es aber nicht immer.
Selbstorganisation und die Freiheit dahinter
Janus arbeitet selbstorganisiert und ohne klassische Hierarchien. Das bedeutet viel Eigenverantwortung. Es bedeutet aber auch, dass nicht ständig jemand sagt, was als Nächstes zu tun ist.
Für mich war das anfangs ungewohnt. Ich musste lernen, mir selbst einen Überblick zu verschaffen, Prioritäten zu setzen und rechtzeitig Bescheid zu geben, wenn ich Unterstützung brauche. Manchmal hätte ich mir wahrscheinlich einfach eine klarere Ansage gewünscht. Gleichzeitig habe ich genau dadurch extrem viel dazu gelernt.
Ich habe verstanden, dass Selbstorganisation nicht bedeutet, alles alleine lösen zu müssen. Es geht eher darum, Verantwortung dafür zu übernehmen, sich die Informationen, Unterstützung oder Rückmeldung zu holen, die man gerade braucht. Und nicht zu warten, bis jemand merkt, dass man unsicher ist.
Dass mir dabei von Anfang an Vertrauen entgegengebracht wurde, fand ich besonders schön. Ich durfte ausprobieren und auch mal einen eigenen Weg wählen. Ich musste nicht erst beweisen, dass ich jede Kleinigkeit perfekt kann.
Praktikum heißt hier nicht Kaffee kochen
Meine Aufgaben waren sehr unterschiedlich. Ich durfte bei vielen Dingen mitarbeiten, Ideen einbringen und teilweise auch selbst umsetzen. Dadurch war ich nicht einfach „die Praktikantin“, die Dinge abarbeitet, die sonst niemand machen möchte.
Natürlich gab es auch Aufgaben, bei denen ich erstmal schauen musste, wie sie funktionieren. Aber ich hatte immer das Gefühl, dass meine Arbeit einen echten Beitrag leisten kann. Und dass meine Perspektive als Praktikantin nicht weniger zählt, nur weil ich neu bin.
Ein Highlight waren für mich die Hospitationen bei Trainings. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich Gruppen sein können und dass in einem Seminar nicht immer alles genauso läuft, wie man es vielleicht geplant hat. Ich konnte beobachten, wie Trainer reagieren, wenn etwas Unerwartetes passiert, und wie sie Gruppen begleiten. Teilweise durfte ich selbst kleinere Elemente übernehmen. Das war aufregend. Vor allem, weil man dann merkt, dass Zuschauen doch etwas anderes ist, als selbst vorne zu stehen.
Auch das Seminar zur Gruppendynamik als Teilnehmerin hat mich sehr beschäftigt. Ich habe dort nochmal anders auf mein eigenes Verhalten geschaut und darauf, wie ich auf andere wirke. Das war nicht nur angenehm, aber gerade deshalb wahrscheinlich so wertvoll.
Eine weitere neue Erfahrung war, selbst Coachee in einer Supervision zu sein. Zu erleben, was Fragen bei einem selbst auslösen können, war ziemlich eindrücklich. Manchmal bleibt eine Frage einfach noch eine Weile im Kopf.
Was ich außerdem mitnehme
Besonders in Erinnerung bleibt mir die Feedbackkultur bei Janus. Ich habe ehrliches und wertschätzendes Feedback bekommen und nicht nur ein allgemeines „gut gemacht“. Oft ging es darum, was ich konkret ausprobieren könnte oder wo ich vielleicht etwas noch nicht gesehen habe. Das war nicht immer bequem. Aber es hat mir geholfen, mich weiterzuentwickeln und mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu bekommen.
Und dann ist da natürlich das Team. Egal, ob es um eine Idee, eine Frage oder einfach eine zweite Meinung ging. Es war immer jemand da, den ich ansprechen konnte. Diese Unterstützung habe ich als sehr besonders erlebt.
Jetzt geht mein Praktikum langsam zu Ende, was ich ehrlich gesagt schade finde. Ich nehme viel mit. Mehr Selbstvertrauen, neue Erfahrungen und ein besseres Gefühl dafür, wie ich arbeiten möchte. Und auch die Erkenntnis, dass Lernen nicht immer nur dann passiert, wenn man schon genau weiß, was man tut.
Ich würde auf jeden Fall gerne einfach weitermachen. Und wer weiß, vielleicht kreuzen sich unsere Wege irgendwann wieder.