01.12.2006Porträt: Rita Sassmann

Büromanagerin bei Janus - Porträt aus dem Jahr 2006

Manchmal geht es am JANUS-Mittagstisch hoch her: Meinungsfreudige Menschen geben das ihre eher spontan und unreflektiert zum Besten, manche Männer lassen ihrem Machismo freien Lauf, kernige (Reise-)Erlebnisse aus dem Trainer- und Berateralltag werden vorgetragen … gut, dass wir da unter uns sind. Rita Sassmann, mit ihrem großen Herzen und weiten Sinn begleitet dieses Treiben wohlwollend. Ihr ist wirklich nichts Menschliches fremd, gleichzeitig staunt sie immer noch gerne und viel und sagt im Gespräch: „Ich weiß, es gibt immer noch eine andere Sichtweise.“ Kürzlich hat sie uns – auch am Mittagstisch – erzählt, wie sie ihren letzten Urlaub, der Tochter Alina (14 Jahre) und deren Freundin zuliebe, in einem Ferienclub verbracht hat. Mit Plastikarmband, Animation und allem Pipapo. Das Staunen darüber, dass sie dies wirklich getan hatte, stand immer noch in ihrem Gesicht. Und obwohl ihr diese Art von alternativem Urlaub so völlig fremd ist, hat sie sich bemüht, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen: „Das muss man wirklich einmal erlebt haben. Auf ihre Weise war diese Reise auch ein Abenteuer!“

Viel herumgekommen

Man muss dazu sagen, dass Rita eine sehr erfahrene Reisende ist und schon jede Menge gesehen und erlebt hat. „Eines Tages, wenn ich groß bin, dann gehe ich auf Reisen!“ Dies nahm sie sich als 14-jährige vor. Im Alter von 20 Jahren brach sie nach Australien und Südostasien auf. Das Geld dafür hatte sie heimlich vom kargen Gehalt als Bank-Azubi gespart. Ihre Familie im bayerischen Baldham war total überrascht und sehr dagegen, als sie ihnen eröffnete, dass sie nach der Lehre kündigen wollte, um ein Jahr mit einer Freundin die andere Seite des Globus’ zu bereisen. Die nächste Reise, vier Jahre später, dauerte eineinhalb Jahre und führte sie mit ihrem damaligen Freund nach Mittel- und Nordamerika. Das Geld dazu hatte sie sich wieder in der Bank erarbeitet. Nicht, dass sie nicht gerne gearbeitet hätte, ganz im Gegenteil, aber das Fernweh war in dieser Zeit einfach sehr stark. Noch einmal gab sie ihrem Drang nach, es ging wieder in die USA, diesmal sogar mit Job an einer Kasse in Kalifornien. Seitdem verbindet sie eine Art Hassliebe mit den USA: „Das Land regt mich an und auf!“

Und jetzt?

Satt vom Reisen orientierte sie sich beruflich neu und landete … in einem Büro für alternative Reisen! Mit ganzem Herzen. Umso größer war die Enttäuschung, als sich herausstellte, dass dort die nach Außen propagierten Werte nach Innen nicht gelebt wurden – ein echter Kündigungsgrund für die sehr wertorientierte Rita. Nach einem Jahr auf einem abgelegenen Bergbauernhof in Österreich („Dort habe ich mich erstmals als Ausländerin gefühlt. Auch eine spannende Erfahrung!“), wieder auf der Suche nach Sinn und unschlüssig, wohin mit der ganzen Energie, wurde sie … schwanger! Ihre Tochter Alina ist heute der wichtigste Mensch in ihrem Leben. „Sie ist mir einerseits so ähnlich: Flott und gut organisiert, zuverlässig, fein und sensibel. Nur mit dem Abenteuer hat sie es nicht so. Einfach loszugehen und nicht zu wissen, wo man am nächsten Tag übernachtet, das liegt ihr gar nicht.“

Platz gefunden

Nach beruflichen Stationen in einer Arztpraxis, bei einem Containerdienst, in einer Baufirma und schließlich als selbständige Büroorganisatorin stellte sich Rita bei uns vor. Sie hatte vorab bereits ein JANUS-Seminar besucht und löste Anna Schätzl als Verantwortliche für das Management des Offenen Seminarprogramms ab. Außerdem ist sie zuständig für JANUS -Services: Sie betreut Kunden, die ihre gesamte Seminarorganisation in unsere Hände gegeben haben. „Ich habe das Gefühl, dass ich hier meinen Platz gefunden habe. JANUS  ist ein wertorientiertes Unternehmen und bemüht sich zu leben, was es lehrt.“ Da haben ja beide Seiten Glück gehabt! ☺ .

Wenn Rita, heute 45 Jahre jung, im Gespräch ihren Weg Revue passieren lässt, entwischt ihr ein kleiner Seufzer: „Manchmal hätte ich mir langweiligere Zeiten gewünscht.“ Es schadet also nichts, wenn es in ihrem Leben jetzt etwas ruhiger zugeht und sie die freie Zeit (sie hat bei JANUS  einen Teilzeit-Job) mit Wandern, „draußen sein“, Literatur („Ich lese – fast – alles!“), Tanz und Musik füllt. Bei der Musik ist allerdings schon wieder Schluss mit der Ruhe: Sie steht auf Rock. Queen, Pink Floyd und besonders Jethro Tull. Und während ich dies schreibe, stelle ich sie mir head-banging und mit wehendem Haar zu „Locomotive Breath“ vor. Das passt auch!

(CS)

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